Das Eucharistische Wunder von Lanciano

Das antike Lanciano der Frentani, verwahrt seit mehr als 12 Jahrhunderten das erste und grüsste eucharistische Wunder der katholischen Kirche. Mit Hilfe der Überlieferungen ist es möglich die Geschichte des Wunders in grossen Zügen zu verfolgen.

Im 8. Jahrhundert nach Christus, zelebrierte ein basilianischer Mönch in der kleinen Kirche des St. Legonziano die heilige Messe.
Während der hl. wandlung, hegte er Zweifel an der wirklichen Gegenwart des Leibes und des Blutes Christi, in Form von Wein und Brot. In diesem Moment geschah das Wunder in den Hânden des Priesters: die Hostie wurde zu lebendigem Fleisch und der Wein verwandelte sich in lebendiges Blut, das sofort gerann und 5 unregelmâssige Klümpchen bildete.

Die Fleisch-Hostie, wie man heute noch gut feststellen kann, hat die Grósse einer Hostia magna, wie auch zur Zeit noch in der lateinischen Kirche gebrâuchlich. Sie ist von brauner Farbe und erscheint rosa, wenn man sie gegen das Licht hült. Die 5 Blutgerinnsel sind erdfarben mit Tendenz ins ockergelbe. Anfänglich wurden die heiligen Reliquien in einem wunderschönen Elfenbein-Tabernakel aufbewahrt. In der Folge legte man das Fleisch in einen feinen silbernen Monstranz und die Blutmaterie in eine KristallKelch von Rocca.

Die Franziskaner-Minoriten hüten das Heiligtum schon seit dem Jahre 1252 durch den Entscheid des Bischofs Landulfo von Chieti und beurkundet mit päpstlichem Siegel vom 20.4.1252. Früher verwalteten es die Basilianer bis im Jahre 1176 und dann die Benediktiner von 1176 bis 1252. Im Jahre 1258 erbauten die Franziskaner die heutige St. Franziskuskirche, welche im Jahre 1700 vom romanisch-gotischen in Barockstil umgewandelt wurde. Die heiligen Reliquien wurden zuerst in einer Kapelle auf der Seite des Hauptaltars aufbewahrt, dann im Joahre 1636 in einem Seitenaltar in welchem noch das antike Gefäss aus Eisen und die Gedenk-Inschrift aufbewahrt sind.

Das Blut ist wirkliches Blut
Das Fleisch ist ein Teil des Herzmuskels.


Im Jahre 1902 wurden sie endgültig im heutigen Marmoraltar verwahrt, den die Gläubigen von Lanciano errichten liessen. Im Laufe der Jahrhunderte, von 1574 an, wurden seitens der kirchlichen Autoritäten verschiedene Gutachten über die Echtheit der Reliquien ausgeführt. In der letzten Zeit erwies sich eine nochmalige genauere Überprüfung der Reliquien notwendig, um zahlreichen Fragen über die Glaubwürdigkeit des Wunders gerecht zu werden.

So entschlossen sich die Franziskaner-Minoriten mit der Genehmigung der kirchlichen Autoritäten, die Reliquien im Nov. 1970 einer Expertengruppe anzuvertrauen, mit der Aufgabe, genauste wissenschaftliche Analysen zu machen. Die Laboratoriums-Untersuchungen, durchgeführt mit absoluter wissenschaftlicher Präzision durch Prof. Odoardo Linoli, freier Dozent in Anatomie, pathologischer Gewebelehre, Chemie und klinischer Mikroskopie, zusammen mit Prof. Ruggero Bertelli von der Universität Siena, ergaben die absolute Bestätigung der früheren Untersuchungen und damit des Glaubens der Überlieferung. Am 4 Mârz 1971 in der Kirche St. Franziskus, in Gegenwart verschiedener Vertreter der Kirche, der Kultur und der Medizin, referierte Prof. Linoli über das Ergebnis seiner minuziösen Analysen, die durch eine Serie von Fotografien am Mikroskop dokumentiert waren. Zusammenfassend ergaben sich folgende Resultate

       - Das Fleisch ist wirkliches Fleisch, das Blut ist wirkliches Blut.
       - Das Fleisch und das Blut sind gleich dem eines Menschen.
       - Das Fleisch und das Blut haben dieselbe Blutgruppe (AB).
       - Die Erhaltung der Reliquien, in natürlichem Zustande belassen, während Jahrhunderten
         den physischen, atmosphärischen und biologischen Einflüssen ausgesetzt,
         ohne jegliches Konservierungsmittel, bleibt ein aussergewöhnliches Phänomen.

Zum Schluss kann man sagen, das die Wissenschaft eine sichere und umfangreiche Antwort gegeben bat über die Echtheit des eucharistischen Wunders von Lanciano.